Der Mangart

Fordernd im Aufstieg, großzügig in der Aussicht und leicht im Abgang

Eines Nachmittags fuhren wir mit dem Auto von Arriach in Richtung Villach um Besorgungen zu erledigen. Wie ich es als Beifahrerin immer mache, betrachtete ich die umliegende Bergwelt, als mir ein sehr markanter Gipfel ins Auge stach– der Mangart.

Begeistert von der Mächtigkeit des Berges und ausgestattet mit einem gesunden Grad an Spontanität, planten wir diese Wanderung für den darauf folgenden Tag. Diese Vorgehensweise haben wir uns irgendwann angeeignet, als diverse Peak-Finder Apps auf den Markt kamen. Wenn wir einen markanten, interessanten Gipfel in unserer Umgebung sehen, eruieren wir welcher ist und planen eine Wanderung. Spontanität & Abenteuerlust verbinden!
Wanderer blickt auf Bergmassiv

Der Mangart, als vierthöchster Berg in den Julischen Alpen an der Grenze zwischen Slowenien und Italien, ist wohl einer der charakteristischen Berge in den Alpen. Wir fuhren Richtung Tarvis, entlang des Predilpasses hinauf über die Mangartstrasse. Schon die Autofahrt über Sloweniens höchst gelegene Bergstrasse (2000m) ist spektakulär. Nicht alleine wegen der engen Kurven und verwinkelten Tunnel, sondern wegen der wunderschönen Aussicht.

Aussicht vom Gipfel des Berges auf zwei Seen

 

Am Parkplatz auf (2055m) angekommen, steigen wir aus dem Auto und beginnen den Zustieg, der Gipfel zu unserer Rechten ist atemberaubend.

Der Aufstieg über die italienische Seite beginnt relaxed. Auf einem Steig bis zur Forcella Mangart (2166m) mit einem wunderschönen Blick auf die Laghi di Fusine, wo sich der Weg bald teilt.  Wir nehmen uns einen Moment um unseren Blick über die julischen Alpen zu unserer Linken schweifen zu lassen. Das Gebirge ist atemberaubend, der Fels mächtig und das Wetter traumhaft. Beschwingt von dem Ort an dem wir uns befinden und überwältigt von dem was wir sehen, geht es weiter in Richtung Gipfel. Wir gehen nach links über den Italienischen Steig, über teils steile Felswände, die mit Seilen gesichert sind und über Schneefelder, unter denen es steil bergabgeht.Wanderer ueberquert Schneefeld

Die Berge, schmale Grade und tiefe Abhänge fordern unsere Konzentration und Achtsamkeit umso mehr. Wir sind wacher und brauchen großes Vertrauen in uns selbst. Der Adrenalinspiegel steigt, die Atmung wird schneller und man wird klarer und fokussierter. Das sind die wunderbaren Momente in denen man sich spürt.

Das letzte Stück zum Gipfel führt über einen Schottersteig auf (2.678m). Dort angekommen ist die Aussicht atemberaubend. Man sieht den Triglav, den höchsten Berg der Julischen Alpen, das Mittelmeer im Süden und die Hohen Tauern im Norden. Das Gipfelbier schmeckt zu dieser Aussicht doppelt gut!

bergpanorama-bierdose

Am Gipfel anzukommen ist immer etwas Besonderes. Wir blicken zurück , wir haben etwas geschafft, sind eventuell über uns hinausgewachsen und sind stolz auf uns. Ein Sprichwort besagt, der Weg sei das Ziel. Genau so ist es, denn beim Wandern am Weg zum Gipfel passiert einiges. Es kommen Gedanken auf und wir lassen Gedanken los, wir werden klarer im Kopf, konzentrierter und sind mehr bei uns selbst. Wandern hat etwas Meditatives und reinigt unseren Verstand, aber mehr dazu in meinem nächsten Blogbeitrag.

Der Abstieg über den selben Pfad ist angenehm, bedarf jedoch weiterer Konzentration. Auf den gesicherten Steigen hinunter, queren wir wieder die Schneefelder, die weicher werden desto später es wird. Trittsicherheit ist auch hier wieder gefragt. Unten angekommen blicken wir noch einmal zurück auf den Mangart und bedanken uns, wie immer, für eine wunderschöne unbeschwerte Wandertour.Bergsteiger am Gipfelgrat der Alpen

 

Fazit

Der Mangart ist fordernd und zugleich wunderschön im Aufstieg, die Aussicht macht sprachlos und er ist angenehm im Abstieg. Eine sehr empfehlenswerte Wanderung für Geübte.

Aufstieg: ca. 2 h

Abstieg: ca. 1,5 h

Höhenmeter: 650 hm

TIPP: auf dem Heimweg am Lago di Predil Halt machen und einen Kaffee mit Birnen-Schoko-Strudel essen. Dazu den Anblick des Sees genießen und mit einer Portion Dankbarkeit nachfühlen, was Ihr an diesem Tag Schönes erlebt habt!

Keep hiking with a smile,

Eure Martina

bergsee-insel-wasser

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